StartM365 in EducationWie sieht Lernen am hybriden Arbeitsplatz aus?

Wie sieht Lernen am hybriden Arbeitsplatz aus?

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Der Wechsel in eine hybride Arbeitsumgebung hat sich nicht nur auf Beschäftigte im Allgemeinen, sondern ganz spezifisch auch auf das Lernen am Arbeitsplatz ausgewirkt. Doch wie viel hat sich für Lehrende im Arbeitskontext wirklich verändert und inwiefern hat sich die Pandemie langfristig auf das Lernen am Arbeitsplatz ausgewirkt?

In dieser Folge von #O365 Hours spreche ich mit Kirsty McGrath über die kurz- und langfristigen Implikationen des Wandels hin zu hybrider Arbeit für das Lernen in Organisationen. Schauen Sie unten die Aufzeichnung unseres Gesprächs oder lesen Sie das vollständige Transkript!

Gäste: Kirsty McGrath, Microsoft MVP und Managing Director von OnPoint Solutions (besuchen Sie die Website)

Behandelte Themen:
  • Wie hat sich die Art des Lernens während der Pandemie entwickelt?
  • Sprechen wir über hybride Organisationen – wie werden sie deiner Ansicht nach künftig aussehen? Und was verändert sich für Organisationen nun bei der Rückkehr ins Büro, was für viele Hybridmodelle bedeutet? Inwiefern beeinflusst das die Lernstrategien von Unternehmen?
  • Wird uns diese Situation langfristig begleiten? Oder ist das nur eine weitere Übergangsphase?

Wie hat sich die Art des Lernens während der Pandemie entwickelt?

KM: Die großen Programme, die wir häufig durchführen, haben sich alle in Wohlgefallen aufgelöst, als der Lernwille zu Beginn der Pandemie zum Erliegen kam. Es hieß nur noch: „Macht euren Job.“ Wenn man zuvor Zeit damit verbrachte, etwas über ein bestimmtes Produkt zu lernen, ging es plötzlich vorrangig um die Nutzung im Berufsalltag. Und damit kehrten wir zum Lernen durch Nutzung zurück. Doch wenn wir diesem Ansatz folgen, dann lernen wir häufig nur rund 10 % über ein bestimmtes Tool oder eine Funktion, da wir es bzw. sie erst nutzen müssen, um zu lernen. Es ist schwierig und wir haben in der Regel keine Zeit, innezuhalten und Fragen zu stellen.

CB: So ging es mir in der Vergangenheit, als ich bei Unternehmen gearbeitet habe, deren Schulungsbudgets gekürzt wurden, als es zu Wirtschaftsabschwüngen kam.

KM: Aber die große Schwierigkeit bestand darin, dass wir bei diesem Wechsel ins Homeoffice, der ja quasi eine Übung ohne Netz und doppelten Boden war, nicht mehr die Gelegenheit hatten, die Person neben uns spontan etwas zu fragen. Heute leiden wir unter einer gewissen Überdosis an Meetings, da wir während der Pandemie in dem Versuch, Kontakt zu halten, an so vielen Meetings teilgenommen haben. So oder so, die Lernbudgets haben sich verflüchtigt. Viele Lehrkräfte sind auf mich zugekommen mit der Frage: „Hast du Arbeit? Gibt es etwas, das ich tun kann?“

Wir führen sehr kurze, knackige Webinare durch. Sie dauern fünfzehn oder 30 Minuten oder eine Stunde und so ist es nicht die Zeit, die wir für große Programme überall in Australien aufgewendet haben. Die Pandemie hat sich also stark auf das Lernverhalten ausgewirkt. Erst jetzt beobachten wir, wie manche Bereiche sich wieder normalisieren, doch im asynchronen Lernen war eine große Steigerung zu verzeichnen. Wie sah das beim synchronen Lernen aus?

Synchrones Lernen bezeichnet das gleichzeitige Lernen am gleichen Ort, bei dem wir alle online oder persönlich an einem Kurs teilnehmen.

Asynchrones Lernen beschreibt die Kursteilnahme zu unterschiedlichen Zeiten an verschiedenen Orten. Man schaut dabei Videos und E-Learnings zum Selbststudium, etwa über LinkedIn Learning.

Während der Pandemie kam es immer häufiger vor, dass einfach eine einstündige Vorlesung aufgenommen wurde, die man sich dann beliebig anschauen konnte. Wir haben im herkömmlichen Verhältnis zwischen Abrufen und Vermitteln von Lerninhalten eine Verschiebung zum Abrufen durch Lernende beobachtet. Dies hat für den Bereich einige echte Herausforderungen mit sich gebracht, denn wir wissen, dass beim asynchronen Lernen nur rund 26 % der Lernenden – und manchmal noch erschreckend viel weniger – sich tatsächlich aus Eigenantrieb mit Selbstlerninhalten befassen und selbst Lernmaterial ausfinding machen.

Wie werden hybride Organisationen deiner Ansicht nach künftig aussehen?

KM: Als Ausbilderin ist es schwierig, sich in einem Hybridumfeld zu bewegen, da allen, die nicht ins Büro kommen, ein Teil des persönlichen Versorgungserlebnisses entgeht, das man bei Präsenzschulungen hat. Die Videofunktionen von Microsoft Teams, bei denen man die ausbildende Person sehen und mit dem Publikum interagieren kann, statt einfach nur vor dem PC zu sitzen, ist hilfreich, aber trotzdem noch etwas ganz anderes. Erledigen die online Lernenden auch wirklich die Übungen? Muss ich ständig nachprüfen, wie sie etwas tun? Ich muss also nicht nur die im Raum anwesenden Personen begleiten, sondern zusätzliche Zeit für die Onlineteilnehmenden aufwenden. Kurz gesagt, braucht man in einer hybriden Lernumgebung schlicht mehr Zeit, und die haben die Leute oft nicht.

CB: Als ich in den letzten zwei Jahren bei der Durchführung des North American Collaboration Summit mithalf, haben wir immer dafür gesorgt, Online-Moderatoren zu haben, die sicherstellen sollten, dass die von der Lehrperson vermittelten Inhalte für das Online-Publikum verständlich übertragen wurden.

KM: Das Schwierige dabei ist, dass Organisationen keine zwei Lehrpersonen bezahlen wollen.

CB: Stimmt.

KM: Wir ringen darum, sie zu überzeugen, das Lernen effizient zu gestalten. Es fällt uns schwer, sie dazu zu bringen, die Vermittlung von Lerninhalten in Online- oder Hybridumgebungen statt auf die herkömmliche Weise überhaupt in Erwägung zu ziehen. Wenn wir uns die unterschiedlichen Arten von Lernenden vor Augen führen, etwa visuell-räumliche Lernende, auditive, taktile usw., gibt es so viele verschiedene Stile, die man bedienen müsste.

CB: Ganz genau. Wir haben nicht immer Moderatorinnen und Moderatoren sowohl für online als auch physisch anwesende Lernende gefunden, aber wir haben festgestellt, dass die Lerneinheiten am erfolgreichsten waren, wenn ein Moderator im Raum und einer online anwesend war, sodass die Lehrperson sich aufs Inhaltliche konzentrieren konnte. Natürlich muss die Technologie das auch leisten können.

KM: Es muss sehr strukturiert ablaufen und man muss das für seine Organisation sehr deutlich machen. Man muss mehrere verschiedene Digitalstrategien parat haben. Zudem ist es notwendig, sich an unterschiedliche Vermittlungsmethoden anzupassen, egal ob online, persönlich oder gegebenenfalls hybrid, und dazu braucht man Leute mit den richtigen Fähigkeiten.

Wird es langfristig so wie jetzt aussehen oder ist das eine Übergangsphase?

KM: Ich glaube, dass wir in zwei Jahren beobachten werden, wie mehr und mehr Menschen in Präsenzworkshops zurückkehren, und letztendlich wird die Entwicklung wieder zum Ursprung zurückkehren. Es wird allerdings immer virtuelle Bestandteile geben.

CB: Auf der anderen Seite hat Microsoft viel Geld und Zeit in die Entwicklung praxisorientierter, selbstbestimmter Lab-Module investiert, die man einfach aufrufen und durchnehmen kann. Solche Dinge werden immer persönlich sein. Doch in vielen Fällen werden wir, da stimme ich dir zu, eine Mischung aus digitalen und Präsenzelementen sehen. Wenn man gemeinsam in einem Raum sitzt, kann man großartig Fragen stellen und sich austauschen, aber es ist auch praktisch, sein Lerntempo selbst bestimmen zu können. Es gibt sogar bestimmte Tools und Gamifizierungsmethoden, mit deren Hilfe Organisationen Wissenserhalt und Fortschritte messen können.

KM: Ganz richtig. Es hängt auch von der eigenen Rolle ab. Front-Mitarbeitende verbringen viel Zeit mit Arbeit vor Ort und etwa 30 % online. Viele von ihnen sind technisch nicht sehr versiert. Für Büroangestellte ist die Verteilung etwas ausgewogener.

CB: Ich möchte noch eine Sache für Organisationen hinzufügen, die auf ihr Budget achten: Bitte kürzen Sie die Weiterbildungsbudgets nicht, da sie jetzt umso entscheidender werden. Ein Auffrischungskurs für strenge Compliance- und regulatorische Anforderungen ist immer hilfreich, besonders in stark regulierten Branchen.


Auf unserem Blog haben wir weitere spannende Beiträge zum Thema hybride Arbeitsumgebung: 

Hybriden Arbeitsplatz durch organisatorische Transformation schaffen

3 Tipps zum Einsatz von SharePoint Online in Ihrer hybriden Arbeitsumgebung

Zudem finden Sie auf unserem Youtube Channel weitere Videos aus unserer O365-Reihe: 

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Christian Buckley
Christian Buckleyhttp://buckleyplanet.com
An Office Apps & Services MVP, Microsoft Regional Director, and the Brand Alliance Director at AvePoint, Christian Buckley is an internationally recognized author and speaker and runs the community-focused CollabTalk blog, podcast, and tweetjam series.

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