Dies ist der sechste Teil einer siebenteiligen Blogartikelreihe über die Migration zu Microsoft Teams. Weitere Artikel können Sie hier lesen:

In den vorhergehenden Artikeln der Reihe habe ich mich mit der Migration ZU Microsoft Teams und allen damit zusammenhängenden Komponenten befasst. Was ist aber, wenn Sie VON Microsoft Teams migrieren möchten?

Damit meine ich nicht eine Migration hin zu Slack oder einer anderen Plattform. Ich meine damit die Migration einer Organisation von einem Office 365-Mandanten zu einem anderen. Dieses Szenario gibt es hauptsächlich bei Fusionen und Übernahmen. Im Rahmen der Leitung meines vorherigen Unternehmens (Paradyne, eine auf Office 365-Migrationen spezialisierte Firma) habe ich persönlich einige Erfahrung mit beidem gesammelt und als das Unternehmen aufgekauft wurde, mussten wir zu einem neuen Mandant migrieren.

Das ist allerdings fast vier Jahre her, und damals war Office 365 noch viel einfacher gestaltet. Office 365-Gruppen und Sway waren noch neu, die Veröffentlichung von PowerApps war gerade erst erfolgt, für Forms, Planner und Flow gab es noch keine Vorabversionen und über Microsoft Teams (oder „Skype Teams“, wie sie damals noch hießen) gab es noch nicht einmal Gerüchte.

Damals gestaltete sich eine Migration zwischen Office 365-Mandanten noch relativ simpel:

  • Migration von Postfächern
  • Migration von OneDrives
  • Migration von SharePoint-Websites
  • Migration von Yammer-Netzwerken
  • Übernahme von E-Mail-Weiterleitung
  • Neukonfiguration von Endbenutzergeräten
  • Zurücklehnen

Es war nicht immer einfach und leicht, aber die Migration war sehr viel weniger umfangreich als heute. Und genau wie bei einem Fehler in der Matrix sind Sie sich sicher, dass Sie die Inhalte Ihres Mandantes schon einmal gesehen haben. Man wird das Gefühl, dass irgendetwas damit nicht so ganz stimmt, einfach nicht los.

Heute ist Office 365 eine gewaltige Plattform mit verschiedenen zentralen Workloads und einer Menge kleinerer Apps und Services, die alle miteinander verknüpft sind. Für Postfächer, OneDrive, SharePoint und Yammer gibt es immer noch Exchange Online. Aber es gibt außerdem noch Bookings, Flow, Forms, Kaizala, MyAnalytics, (immer noch) Office 365 Video, Planner, Power BI, PowerApps, Stream, Sway und (natürlich) Microsoft Teams. To-Do ist natürlich auch mit dabei, aber das basiert auf Exchange Online, und daher gibt es damit keine größeren Probleme.

Office 365-Groups umfasst eine Vielzahl dieser Services, und obwohl der Dienst selbst nicht migriert werden muss, ist dies für die mit ihm verbundenen Komponenten trotzdem erforderlich.

Außerdem gibt es noch dazu all die vernetzten Services wie Azure Active Directory und Microsoft Intune (sowie die mit ihnen verbundenen Windows 10- und Mobilgeräte), Microsoft Information Protection usw.

Das Problem ist, dass es keine einfache Möglichkeit zur Migration all dieser Komponenten und Dienste von einem Office 365-Mandanten zu einem anderen gibt. Manche Anwendungen gestalten das einfach. Mit Sway können Sie beispielsweise auf Einzelkontobasis Duplikate von Sways in anderen Konten erstellen, das kann allerdings nur der Endbenutzer selbst erledigen. Flows und PowerApps können als Pakete exportiert und dann importiert werden, aber auch diese Schritte müssen individuell durchgeführt werden.

Bringen wir jetzt das Ganze wieder zurück zum Kernpunkt dieser Blogartikelreihe: Microsoft Teams. Kann Microsoft Teams von einem Office 365-Mandant zu einem anderen migriert werden?

Im Grunde geht das nicht, weil es keine einfache Methode oder Standardfunktion dafür gibt.

Allerdings können einige der zugrunde liegenden Komponenten übertragen werden, beispielsweise Exchange, OneDrive und SharePoint. Für diese existiert eine Fülle von Drittanbieter-Tools, mit denen Sie Ihre Inhalte von einem Mandant zu einem anderen transferieren können. Alles andere (z. B. Forms, Video/Stream, Planner usw.) wird aber schwierig oder muss tatsächlich verworfen werden.

Es gibt ein paar Unternehmen, die eine verlustfreie Migration von Microsoft Teams anbieten, aber man muss bei der Auswahl des entsprechenden Anbieters vorsichtig sein. Von Microsoft gibt es keine öffentlich verfügbare API, die eine Migration der Chat- und Kanalinhalte ermöglicht, daher sind alle Lösungen stark angepasst. Die Struktur kann programmatisch übernommen werden und Inhalte aus der zugrunde liegenden SharePoint-Dokumentbibliothek und OneDrive können ebenfalls übertragen werden, aber die Chats und Kanalunterhaltungen können nicht ohne Weiteres transferiert werden. Stattdessen müssen sie exportiert und als HTML-Dateien „migriert“ werden, wodurch sie im neuen Mandant effektiv wiedergegeben werden können.

Das Konzept einer Migration von Microsoft Teams zwischen Mandanten ist recht neu und daher ist es wichtig, dass Sie auf einen teuren und potenziell unsicheren Vorgang vorbereitet sind, wenn Sie diese Migration durchführen.


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